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Arbeiten 4.0 erfordert mehr Flexibilität

14. März 2016

Die Digitalisierung der Wirtschaft wirft weitreichende Fragen auf, wie Arbeit in Zukunft gestaltet werden soll. Unter dem Schlagwort „Arbeiten 4.0" werden diese Fragen im Rahmen eines vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) initiierten Dialogprozesses umfassend diskutiert. Auch der BDD bringt sich in die Diskussion ein.

finger-769300 1920Als Grundlage für den Dialogprozess „Arbeiten 4.0" hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ein Grünbuch vorgelegt. Darin werden die aus Sicht des BMAS zentralen Leitfragen und Handlungsfelder skizziert. Ganz überwiegend nimmt das BMAS dabei jedoch die Beschäftigtenperspektive ein und lässt einen sehr regulativen Politikansatz erkennen. Unternehmerische Anforderungen und Fragen der Wettbewerbsfähigkeit werden im Grünbuch „Arbeiten 4.0" hingegen kaum thematisiert.

Um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten, müssen auch die Bedürfnisse der Unternehmen berücksichtigt werden. Die Digitalisierung von Wirtschafts- und Arbeitswelt wird zu mehr Differenzierung, Flexibilisierung und Spezialisierung führen. Pauschale, allgemeine Regeln werden künftig immer seltener eine Antwort auf neue Herausforderungen sein. Die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen wird sich stärker an den speziellen Gegebenheiten in den Branchen und Unternehmen orientieren müssen, wobei den Sozial-, Tarif- und Betriebspartnern eine wesentliche Rolle zukommt.

Ein regulativer Politikansatz hingegen behindert die effektive Nutzung von Chancen, die sich durch die Digitalisierung der Arbeitswelt ergeben. Die geplanten Regulierungen im Bereich der Zeitarbeit und des Werkvertragsrechts sind mit der zunehmend spezialisierten und arbeitsteiligen Wirtschaft nicht vereinbar. Gleiches gilt für die im Grünbuch angedachte stärkere Regulierung der Telearbeit, die Frage der sozialen Absicherung von Solo-Selbstständigen oder auch Neuregelungen im Bereich des Arbeitsschutzes, der Mitbestimmung und des Teilzeitrechts. Bereits heute besteht in diesen Bereichen eine sehr hohe Regelungsdichte.

Der BDD wird sich in diesem Sinne in die Diskussion zum Grünbuch „Arbeiten 4.0" einbringen und die Belange der Dienstleistungsunternehmen im Prozess der Digitalisierung der Arbeitswelt deutlich machen.

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